Radio
Noir
von Albert Ostermaier
mit Noelle Cartier van Dissel
Regie/Bühne/Licht: Heiko Dietz
Dramaturgie: Carmen Panknin
Assistenz: Sarah Dorsel
Video:
Paul Meschuh
Parthenope ist Night-Talkerin. Sie ruft über Radio zu Brandstiftung,
Anarchie, Sex und Selbstmord auf. Doch wer ist diese Frau? Was ist real, was
Trip? Ihr Monolog ist der einer betörenden Sirene, die ihre Zuhörer
in einen traumhaften Sog hineinzieht.
"Talk to me!"
Eine Produktion
von TheaterRaum München in Kooperation mit 'theater ... und so fort'.
Mit freundlicher Unterstützung des Bezirkasausschusses 3 Maxvorstadt.
Premiere: 16. November 2010
weitere Vorstellungen: 17./18./20. November
2010
26. - 29. Januar 2011
Pressestimmen:
"In einem schönen kleinen Vorspiel sehen wir Hochhaussilhouetten
einstürzen, ehe Parthenope barfuß und mit nacktem und bekritzelten
Bauch ihren Monolog anstimmt, ein blondgelockter Engel der Nacht. In Albert
Ostermaiers 'Radio Noir' wird eine Radiomoderatorin zur Sirene. Noelle Cartier
van Dissel begibt sich als Nighttalkerin, die brave Biedermänner und
-frauen betört und hinauslockt aus ihren Sicherheitsverstecken, auf einen
Trip in die Finsternis (...) Sie gurrt, raunt, entblößt die Nachtseiten
der Tagmenschen, schwelgt in den alten Wir-ihr-Oppositionen, geilt sich auf
an ihrer Macht, bis sie die eigene Einsamkeit und Verwundbarkeit preisgibt.
Dabei gelingt es ihr die lyrischen Glanzlichter und bösen Sarkasmen des
von dröhnendem Metapherdonner durchzogenen Prosagedichtes aufleuchten
zu lassen. (...) Unter Regie von Heiko Dietz trägt Noelle Cartier van
Dissel den Monolog eindrucksvoll vor..."
Süddeutsche Zeitung, Petra Hallmayer
"Im 'theater ... und so fort' an der Kurfürstenstraße hat
man ja ein Händchen auch für solch sperrigen Stoff. Und ein Faible
fürs Wagnis. Als nichts anderes ist es zu bezeichnen, wenn man eine junge,
sehr junge Schauspielerin wie Noelle Cartier van Dissel dieses rebellische
Nachtgedicht sprechen lässt, ein Stakkato, das schon den Zuhörer
an die Grenzen der Belastbarkeit bringen kann. (...) Wie aber schlug sich
nun Noelle Cartier van Dissel unter der Regie von Heiko Dietz an diesem Textmassiv,
in diesem nahezu amorphen Monolog, in dem so wenig erzählt und vorangetrieben
wird? Wacker, sehr wacker.(...) Bei aller Zartheit und verruchten Zerbrechlichkeit
zauberte sie mitunter einen Zorn und eine Düsternis auf die Bühne,
dass es dem Zuschauer das Herz samtschwarz färben konnte. Ganz bei ihr
ist man am Ende; Parthenope ist gescheitert, auf dem Weg vom Studio wirft
sie der Taxifahrer an der übelsten Ecke der Stadt raus, Zuhälter
verspotten sie, Nutten versuchen, ihr die Taschen aus Kunst-Krokoleder drüberzuziehen.
Da war noch was… Richtig, eine große Liebe, und der Typ hat sie
einfach verlassen. Von der Sirene der Nacht hören wir noch: „Ein
letztes Fade out, ein Kuss in die Luft.“ Dann erlischt das Licht, und
nur das verstörte Gesicht unserer Hauptdarstellerin glimmt noch für
ein paar Sekunden auf unserer Netzhaut nach."
Kulturvollzug, Jan Stöpel
"Mit 'Trau Dich!" befiehlt der Türsteher dem Zuschauer, die
nackten Stellen einer jungen Frau mit Filzstift zu beschriften - der Begriff
'Textkörper' bekommt so eine ganz eigene Bedeutung. Es ist eine Art Vorspiel
zum Mitmachen,
denn die fragmentarisch in Schwarz Gehüllte ist die Nighttalkerin, die
gleich die von Sex bis Selbstmord durch die Nacht getriebenen Seelen nur durch
Text einfangen wird. (...) Der Monolog ist ein langes Gedicht, das ebenso
sprachge-waltiger Egotrip ist wie Horrortrip durch die finsteren Abgründe
des Daseins. (...) fein getunte Töne zwischen schlichtem Psychogequassel
und wahnsinnsnaher Selbstzerstörung (...) in dem von Regisseur Heiko
Dietz ebenso unwirklich (...) gestalteten Raum des 'theaters ... und so fort'."
Abendzeitung, Mathias Hejny
Info
zu Albert
Ostermaier

Fotos:
Paul Meschuh